Rebeca Wild

Lebensprozesse: Alles organische Leben entwickelt und manifestiert sich als Interaktion zwischen einem lebenden Organismus und einer Umgebung. Diese Interaktion wird immer von innen gesteuert, denn die selbsterhaltende und selbstregulierende Instanz, die Leben und Entwicklung ermöglicht, ist innerhalb des Organismus gelagert (z.B. im Zellkern, im genetischen Code). Jeder Organismus enthält sein eigenes artspezifisches Entwicklungsprogramm, einschließlich der Möglichkeit zu neuartiger Interaktion mit seiner Umwelt. Allerdings kann jeder Organismus sein Potential nur dann entfalten, wenn er seinen Entwicklungsbedürfnissen entsprechende Umgebung vorfindet. Für den Menschen bedeutet dies, dass sich auch echte Entscheidungskraft, Kreativität, Intelligenz und soziales Verhalten ganz natürlich entwickeln, wenn die Umgebung diese Möglichkeit nicht verhindert.

Materialarbeit

Materialarbeit

In der Auseinandersetzung mit Montessori-Materialien findet die nichtdirektive Haltung der Lernbegleiter_innen ihren Ausdruck. Systematisches und umfassendes Kennenlernen des Montessori Materials und weit darüber hinaus, professionelle Handhabung im konkreten Tun, Gestaltung und Pflege der vorbereiteten Umgebung …

Haltung der Lernbegleiter_innen

Haltung der Lernbegleiter_innen

Eine zentrale Bedingung für das Ermöglichen von selbsttätigem und  eigenverantwortlichem Lernen ist die nichtdirektive, wertschätzende Haltung der Erwachsenen gegenüber dem Kind. Sie ist nach Außen gekennzeichnet durch Respekt vor der Persönlichkeit des Kindes und Vertrauen in dessen immanente individuelle Entwicklungskräfte. Nach Innen ist sie gekenn-zeichnet durch kritische Selbstreflexion und beobachtende Distanz des Erwachsenen. …

Eika Bindgen – Organisation, Initiatorin und Raumhalterin

Eika Bindgen – Organisation, Initiatorin und Raumhalterin

Als sechstes und letztes Kind in eine Lehrerfamilie hineingeboren, erlebte sie das Leben schon früh als unaufhörlichen, spannenden Lern-Prozess, der einfach durch ältere Geschwister als Vorbilder in nie enden wollendem Spiel „geschah“.

Schule wurde für sie eigentlich erst ungemütlich, als sie selbst nach erfolgtem Lehrerstudium an der (damals noch) Reformuni Bremen (8 Semester Projektstudium ohne Leistungsüberprüfungen) und einem Jahr an der Universidad de Barcelona, als Referendarin und spätere Lehrerin vor der Klasse stand und sich schmerzlich der hierarchischen Machtstrukturen in Regelschulen bewusst wurde.

Persönlichkeitsentwicklung durch Meditation und gruppendynamische Prozesse sowie die Beschäftigung mit anderen Kulturen und Lebensphilosophien, begleiteten sie schon während des Studiums und führten nach 7 Jahren Erfahrung im Lehrerberuf zu dem Entschluss, diesen Weg zu verlassen.

Die Heilpraktikerprüfung und ein tiefes Eintauchen in das Studium der Zusammenhänge von Körper, Seele und Geist und des Mich-Selbst-Erkennens durch die Jin Shin Jyutsu-Physio-Philosophie wurde zur Grundlage ihrer Begegnung und Begleitung von Menschen. So arbeitete sie drei Jahre mit Suchtkranken, über 20 Jahre in eigener Praxis und gab Kurse für Selbsthilfe. Der Umgang mit dem frühkindlichen Autismus ihres Pflegesohnes war der persönliche Einstieg in das respektvolle Begleiten von Lebensprozessen ohne Erwartungen.

In der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof schließt sich der Kreis für sie im Engagement für die Schule für freie Entfaltung als geschäftsführender Vorstand.

www.schloss-tempelhof.de/schule

Schulpraktische Umsetzung

Schulpraktische Umsetzung

Die grundlegende Haltung der Erwachsenen und deren Auffassung von kindlicher Entwicklung und Lernen von Innen findet täglich ihren konkreten Ausdruck im Schulalltag. Grundlegende Prinzipien und Orientierung im Schulalltag sind u.a. Freiarbeit, Freiwilligkeit und Verbindlichkeit, Altersmischung, Dokumentation, entspannte vorbereitete Umgebung, Regeln und Grenzen …